Auf den Webseiten adribo.de und adribo-academy.de finden sich regelmäßig Buchbesprechungen neu erschienener Werke (vgl. zusammenfassend die Kategorie Bücher bei adribo und die Kategorie Literatur bei adribo-academy), die sich mit Mediation und konsensualer Streitbeilegung befassen. So zuletzt die 5. Auflage des „Handbuch Vertriebsrecht“, in dem die adribo Gesellschafter Günter Erdmann und Prof. Dr. Roland Fritz mit einer Abhandlung zu „Mediation im Vertriebsrecht“ vertreten sind (siehe hier).
Die nunmehr in diesem Beitrag vorzustellende Publikation ist die 3. Auflage des Nomos Handkommentars „Mediationsgesetz“ der Herausgeber Jürgen Klowait und Ulla Gläßer – zwei Urgesteinen der Mediationswissenschaft- und praxis –, die zusammen mit weiteren 3 Autorinnen und 19 Autoren den bewährten Handkommentar auf aktuellen Stand gebracht haben. Der Umfang des Werkes ist nunmehr auf 1134 Seiten angewachsen, was neben der Vertiefung der bisherigen Ausführungen darauf zurückzuführen ist, dass in „Teil 3 – Anwendungsfelder und Schnittstellen“ die Bereiche „C. Mediationen im Gesellschaftsrecht“ und „O. Online Dispute Resolution (ODR)“ neu aufgenommen wurden.
Von diesen Neuerungen abgesehen haben die Herausgeber den bisherigen Aufbau ihres Werkes beibehalten: Nach dem Abdruck der Gesetzestexte des Mediationsgesetzes und der Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren – ZMediatAusbV – folgt sodann die Einleitung in Teil 1 und danach in Teil 2 umfassende Kommentierungen des „Gesetzes zur Förderung der Mediation und anderer Verfahren der außergerichtlichen Konfliktbeilegung“, der „ZMediatAusbV“, des „Gesetzes über außergerichtliche Rechtsdienstleistungen“ (hier allerdings nur der für Mediatoren und -innen relevanten Regelungen) und der „Vorschriften der §§ 203, 204 BGB“. Orientiert sich insbesondere die ausführliche Kommentierung der Normen des „Mediationsgesetzes“ an der herkömmlichen Darstellung mit Inhaltsübersicht und Bezug auf Absätze, Sätze sowie einzelne Tatbestandsmerkmale der jeweiligen Vorschrift nebst Randnummern, so fehlt dies leider bei der wichtigen Kommentierung der Vorschriften der „Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren“. Ein schnelles Nachschlagen, was bspw. einzelne Begriffe bedeuten oder wie sie im Gesamtkontext einzuordnen sind, ist leider nicht möglich, erfordert vielmehr die Lektüre des gesamten Textes. Gerade Mediatorinnen und Mediatoren, die über keine juristischen Vorkenntnisse verfügen, dürfte so der Zugang zu den zweifellos gehaltvollen Ausführungen des Herausgebers nicht einfach fallen.
Teil 3 schließlich befasst sich neben den bereits angeführten neuen „Anwendungsfeldern und Schnittstellen“ insgesamt mit besonders wichtigen Anwendungsfeldern der Mediation – darunter die Bereiche „Geistiges Eigentum und Informationstechnologie“ (vgl. hierzu auch die Mediationspraxis des Amtes der Europäischen Union für geistiges Eigentum – EUIPO, hier), „Mediation und Schiedsgerichtsbarkeit“ und „Verbraucherschlichtung und Verbraucherstreitbeilegungsgesetz“. Dieser Teil 3 macht – neben den ausführlichen und weiterführenden Kommentierungen der mediationsrechtlichen Normen in Teil 2 – die Besonderheit dieses Werkes aus, können sich so doch Nutzerinnen und Nutzer des Handkommentars Überblicke über spezifische Einsatzfelder der Mediation und die Auswirkungen des Mediationsgesetzes in diesen Bereichen verschaffen und bei Bedarf Einzelaspekte vertiefen.
Der Publikation enthält zum Abschluss einen Anhang mit dem – immer wieder lesenswerten (!) – Europäischen Verhaltenskodex für Mediatoren und einem ausführlichen und hilfreichen Stichwortverzeichnis.
Der empfehlenswerte Handkommentar zum Mediationsgesetz von Klowait/Gläßer ist erschienen im Nomos-Verlag, ISBN 978-3-7560-0288-7 und kostet 139,00 Euro.