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Wissenstest – Themenbereich 2

Themenbereich 2
Rolle und Aufgaben des Mediators /der Mediatorin

Wie groß bin ich?

Ich bin 182cm groß:)

Allparteilichkeit

Allparteilichkeit bedeutet, dass der Mediator / die Mediatorin für alle Konfliktparteien da ist und um eines guten Kommunikationsprozesses willen sich u. U. auch einmal intensiver mit einem Medianden befasst, ohne seine Neutralität zu verlieren. Neutralität hingegen bezieht sich auf das konkrete Verhältnis zu den Medianden und dem Konfliktgegenstand.

Ausbildung

Die Ausbildung zum zertifizierten Mediator / zur zertifizierten Mediatorin ist in der ZMediatAusbV geregelt und umfasst einen 120 Präsenzzeitstunden dauernden Lehrgang einschließlich einer Mediation, die supervidiert sein muss.

Caucus / Einzelgespräch

Im Mediationsgesetz als „getrennte Gespräche“ bezeichnet. Zulässig, wenn alle Konfliktparteien damit einverstanden sind. MediatorIn muss die Vertraulichkeit beachten.

Cooperative Praxis

Auch als kooperatives Anwaltsverfahren bezeichnet. Die jeweiligen anwaltlichen Bevollmächtigten arbeiten, wenn die Konfliktparteien zusammenkommen, als Co-MediatorenInnen mit dem Ziel einer konsensualen Lösung. Besondere vertragliche Regelungen (Partizipationsabkommen, Disqualifikationsklausel) erforderlich.

Co-Mediation

Durchführung der Mediation durch zwei oder mehrere MediatorenInnen. Vorteil: mehr Kompetenz, Kombination von Herkunftsberufen, kollegialer Austausch, Arbeitsteilung. Nachteil: höhere Kosten, höherer Zeitaufwand, erfordert gegenseitiges Verständnis und gute Zusammenarbeit.

Empathie

Bereitschaft und Fähigkeit des Mediators / der Mediatorin, sich in das Sosein bzw. Anderssein eines Konfliktbeteiligten einzufühlen und dieses zu akzeptieren, ohne es zu billigen.

Fortbildung

Zertifizierte MediatorenInnen müssen sich regelmäßig fortbilden, und zwar in einem Vier-Jahres-Rhythmus im Umfang von 40 Stunden.

Inkompatibilität

Bedeutet, dass ein Mediator / eine Mediatorin nicht tätig werden darf, wenn er / sie vor der Mediation in derselben Sache bereits für eine Partei tätig gewesen ist. Ein MediatorIn darf auch nicht während oder nach der Mediation für eine Partei in derselben Sache tätig werden. Inkompatibilitäten bestehen auch in bestimmten Fallkonstellationen  gemeinsamer Berufs- und Bürotätigkeit, wobei in diesen Fällen die betroffenen Parteien dispensieren können.

Machtungleichgewicht

Kann auf unterschiedlichen Gründen beruhen wie Hierarchie und strukturelle Macht, Beziehungskonstellationen und emotionale Abhängigkeiten, persönlichen Ressourcen wie Finanzen, Verhandlungserfahrung, Eloquenz, Zugang zu mehr oder besseren Informationen und auf den Besonderheiten der Rechtslage.

Es ist Aufgabe des Mediators / der Mediatorin, auf eine Beseitigung von Machtungleichgewichten hinzuwirken, so dass sich die Medianden auf Augenhöhe begegnen können.

Mediationsausbildung

Einzelheiten der Mediationsaus- und -fortbildung sind im MediationsG und in der „Verordnung über die Ausbildung von zertifizierten Mediatoren“ (ZMediatAusbV) geregelt.

Mediator / Mediatorin

Eine unabhängige  und neutrale Person ohne Entscheidungsbefugnis, die die Parteien durch die Mediation führt. Den Mediator / Die Mediatorin zeichnet aus, was durch das Akronym VANKK beschrieben wird: Verschwiegenheit, Allparteilichkeit, Neutralität, Kompetenz, keine Rechtsberatung und -lösungsvorschläge.

Nur die Bezeichnung „Zertifizierter Mediator/Zertifizierte Mediatorin“ ist geschützt, nicht hingegen die Bezeichnung Mediator/Mediatorin. Aus- und Fortbildung des Zertifizierten Mediators / der Zertifizierten Mediatorin sind in der ZMediatAusbV geregelt. Es handelt sich um einen sog. freien Beruf.

Neutralität

Eines der Merkmale, das den Mediator / die Mediatorin auszeichnet. Bezieht sich auf das konkrete Verhältnis zu den Medianden und den Konfliktgegenstand. Allparteilichkeit hingegen meint, dass der Mediator / die Mediatorin für alle Konfliktparteien da ist und um eines guten Kommunikationsprozesses willen sich u. U. auch einmal intensiver mit einem Medianden befasst, ohne die Neutralität zu verlieren.

Reflecting-Team

Reflexionsgespräch der Co-MediatorenInnen, die sich in Gegenwart der Medianden über den aktuellen Stand der Mediation in hypothetischer wertschätzender Form austauschen.

Rollenverständnis

Im Mediationsverfahren nimmt der Mediator / die Mediatorin (in Personalunion) unterschiedliche Rollen war: Agent of Reality (Analytiker), Creator of Options (Erfinder), Entertainer (Unterhalter), Messenger ( Bote), Salesman (Verkäufer), Translater (Übersetzer).

Setting

Liegt im Verantwortungsbereich des Mediators / der Mediatorin und umfasst den äußerer Rahmen der Mediation, mithin den Ort, die Häufigkeit der Sitzungen, die Ausgestaltung und Möblierung der Örtlichkeit einschließlich der erforderlichen Technik, die Sitzordnung und ggf. auch die Zahl der Teilnehmenden.

Supervision

Gestaltung bzw. Betrachtung einer Mediation mit Hilfe eines Dritten (Supervisor), der die Selbstreflektion des Mediators / der Mediatorin unterstützt:

  • Wie verhalten sich die Konfliktparteien in der Mediation?
  • Wie verläuft das Mediationsgespräch?
  • Welche Rolle spielt der Mediator / die Mediatorin?

VANKK

Das Akronym VANKK beschreibt, was einen Mediator / eine Mediatorin auszeichnet: Verschwiegenheit, Allparteilichkeit, Neutralität, Kompetenz, keine Rechtsberatung und -lösungsvorschläge.

Visualisierungstechniken

Sie zählen zu den vom Mediator / von der Mediatorin eingesetzten Techniken, um den Verlauf der Mediation für die Medianden sicht- und nachvollziehbar zu machen und umfassen Flipcharts, Whiteboards, Karten, Mindmaps etc.

WAVE

Das Akronym steht für den sog. Vierer-Schritt und beschreibt, wie der Mediator / die Mediatorin den Übergang von einer Phase zur nächsten vornimmt:

  • Wertschätzung des bisher Erreichten
  • Ausblick auf die nächste Verfahrensstufe
  • Verständnis abfragen hinsichtlich des weiteren Vorgehens
  • Einverständnis für Fortsetzung einholen

Zertifizierter Mediator / Zertifizierte Mediatorin

Geschützte Berufsbezeichnung. Voraussetzungen ergeben sich aus der ZMediatAusbV, nämlich eine 120 Präsenzzeitstunden umfassende Ausbildung sowie spätestens ein Jahr nach Ausbildungsende die Durchführung einer Mediation und deren Supervision.

ZMediatAusbV

Regelt die Voraussetzungen für Erwerb und Erhalt der geschützten Berufsbezeichnung Zertifizierter Mediator / Zertifizierte Mediatorin.