Nach oben scrollen
© 2019, adribo Academy

Wissenstest – Themenbereich 3

Themenbereich 3
Kommunikation

Wie groß bin ich?

Ich bin 182cm groß:)

Aktives Zuhören

Es handelt sich um DIE zentrale Kommunikations-Technik im Mediationsverfahren. Mehrschichtiger Vorgang bestehend aus Wahrnehmen, Interpretieren, Bewerten und Zusammenfassen.

Stufe 1: aufmerksames interessiertes Zuhören mit Blickkontakt und Nicken

Stufe 2: inhaltliche Zusammenfassung, Paraphrasierung des Gehörten

Stufe 3: Verbalisierung der herausgehörten emotionalen Bedeutung

Stufe 4: Frage an Sprecher, ob zutreffend wiedergegeben

Aktives Zuhören, Auswirkungen

Sprecher fühlt sich verstanden und angenommen; kann Konflikthaltung verlassen und sich öffnen. MediatorIn erreicht durch die Zusammenfassung auch die andere Konfliktpartei. Sachebene wird in das Gespräch implementiert.

BATNA

Best Alternative to a Negotiated Agreement (Harvard Konzept). Beste Alternative im Vergleich mit dem zu erreichenden Verhandlungsergebnis. Untergrenze dessen, was erreicht werden soll.

Beschleunigen

Kommunikationstechnik, Anwendung in der Optionenphase.

Bedürfnisse

Bedürfnisse sind grundlegender Bestandteil und Antrieb menschlichen Lebens. Nach Maslow tauchen neue Bedürfnisse auf, wenn die Bedürfnisse der darunter liegenden Stufe erfüllt sind. Solange ein Bedürfnis nicht befriedigt ist, aktiviert und beeinflusst es das Handeln.

Bedürfnispyramide

Maslow unterscheidet zwischen Grundbedürfnissen, Sicherheitsbedürfnissen, Sozialen Bedürfnissen, Individualbedürfnissen, Bedürfnissen nach Selbstverwirklichung.

Neue Bedürfnisse tauchen auf, wenn die Bedürfnisse der darunter liegenden Stufe erfüllt sind.

Bitte / Wunsch

Wird stets positiv formuliert.

Findet auf der Handlungsebene statt.

Die Entscheidungsfreiheit der anderen Person wird respektiert.

Brainstorming

„Gedankensturm“. Kreativitätsmethode, die üblicherweise in Phase 4, Optionen, eingesetzt wird, um Lösungsmöglichkeiten zu kreieren.

Fokussieren

Kommunikationstechnik und bedeutet, sich auf eine Sache zu konzentrieren und/oder durch Pointierung Unterschiedlichkeiten zu betonen.

Fragetypen

Offene – geschlossene Frage, gerichtete – ungerichtete Frage, reflektive -, zirkuläre -, strategische Frage, Skalenfrage,  Wunderfrage etc.

Gerichtete Frage

Frage, die an eine bestimme Person/Gruppe gerichtet ist.

Geschlossene Frage

Frage, die nur mit ja oder nein beantwortet werden kann.

Gewaltfreie Kommunikation

Nach Marshall B. Rosenberg. Akronym: GFK. Ist auf die Bedürfnisse und Gefühle ausgerichtet, die hinter Handlungen und Konflikten stehen.

Ablauf:

  • Beobachtung, d.h.  Beschreibung einer Situation, konkret und ohne Interpretation und Wertung
  • Eigene Gefühle benennen
  • Erklärung der hinter den Gefühlen liegenden Bedürfnisse
  • Bitte um eine bestimmte Handlung oder Lösungsfindung, die positiv, konkret, gegenwartsbezogen und erfüllbar sein soll

Ich-Botschaft

Im Rahmen der GFK von Bedeutung:

  • Was (das beobachtete Geschehen)
  • Wirkung (Benennung der eigenen Gefühle)
  • Wichtig (welche Bedürfnisse und Werte)
  • Wunsch / Bitte (bezogen auf Handlung)

Kommunikation

Austausch von Information zwischen einem Sender und einem Empfänger. Kommunikation ist möglich verbal und nonverbal.

Verbale Kommunikation bezieht sich auf die sprachliche, d.h. auf die gesprochene Informationsübertragung einschließlich der Kommunikation durch Schrift. Zur verbalen Kommunikation zählt auch die paralinguistische Ebene, die Klangfarbe, -höhe, -tiefe, Tempo und Lautstärke abstellt. Nonverbale Kommunikation ist die zwischenmenschliche Verständigung, die durch Gestik, Mimik und andere optische Zeichen erfolgt.

Kommunikation kann von geschlechts- und berufsspezifischen Merkmalen geprägt sein.

Kommunikationsquadrat / Vier Seiten einer Nachricht

Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun, wonach jede Botschaft aus Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell besteht.  Den vier möglichen Bedeutungen korrespondieren auf seiten des Empfängers „Vier Ohren“, mit denen dieser die unterschiedlichen Bedeutungen der Information wahrnimmt.

Kommunikationsstörungen

Können auf einer Vielzahl von Umständen beruhen. Dazu zählen strukturelle Ursachen (z.B. Hierarchieebenen) wie auch persönliche Umstände, die ihrerseits durch die Inhaltsebene (z.B. Fachterminologien) wie durch die Beziehungsebene (z.B. unterschiedliche Wertvorstellungen) begründet sein können.

Kommunikationstechniken

Aktives Zuhören, Paraphrasieren, Verbalisieren, Normalisieren, Strukturieren, Partialisieren, Umdeuten, Fokussieren, Verlangsamen, Beschleunigen, Zukunftsorientieren etc.

Kreativitätstechniken

Sie dienen dem Ziel, vorrangig in der Optionenphase den Konfliktparteien bei der Überwindung von Denkblockaden und gewohnten Denkmustern behilflich zu sein.

Dazu zählen Brainstorming, Brainwriting, Kartenabfrage, Mindmapping, A bis Z Abfrage, Kopfstand, 3-Räume-Methode, Skulptur Aufstellung, Skalenbegehung, Wunderfrage, Perspektivwechsel, Ideentransfer etc.

Metakommunikation

Metakommunikation bedeutet „Kommunikation über Kommunikation“, anders ausgedrückt „reden über das Reden“. Sie beleuchtet die Art und Weise, wie Sender und Empfänger miteinander umgehen, wie also das Gespräch geführt wird und nimmt insbesondere auch Störungen in den Blick.

Neutralität

Eines der Merkmale, das den Mediator / die Mediatorin auszeichnet. Bezieht sich auf das konkrete Verhältnis zu den Medianden und den Konfliktgegenstand. Allparteilichkeit hingegen meint, dass der Mediator / die Mediatorin für alle Konfliktparteien da ist und um eines guten Kommunikationsprozesses willen sich u. U. auch einmal intensiver mit einem Medianden befasst, ohne seine Neutralität zu verlieren.

Normalisieren

Mediations- und Interventionstechnik. Bedeutet, dass das, was vorgetragen wurde (oder gerade geschehen ist), nicht ungewöhnlich, anormal oder tabuisiert, sondern vielmehr häufig festzustellen ist und keine Besonderheit darstellt. Die Intervention bewirkt eine Enttabuisierung, stärkt das Selbstwertgefühl der Konfliktparteien und ermöglicht/erleichtert es, wieder in den Mediationsprozess einzusteigen.

Offene Frage

Frage, die nicht mit ja oder nein beantwortet werden kann.

Online-Mediation

Spezielle Verfahrensoption, die das (herkömmlichen) Mediationsverfahren um die Kommunikation über elektronische Mittel, insbesondere das Internet ergänzt. Kann in einzelnen Phasen oder auch für das gesamte Verfahren eingesetzt werden. Als Oberbegriff für den Einsatz von digitalen Methoden wird Online Dispute Resolution (ODR) verwendet.

Partialisieren

Zumeist in Phase 1, Themensammlung, angewandte Technik, um die Konfliktgesamtheit in kleinere Einheiten zu zerlegen.

Paraphrasieren

Kommunikationstechnik, eng verbunden mit dem aktiven Zuhören. Äußerungen werden mit eigenen Worten zusammengefasst und wiedergegeben. Schärfen werden herausgenommen, mitgehörte Interessen und Bedürfnisse besonders hervorgehoben. Diese Technik wird gelegentlich auch als „loopen“ bezeichnet, weil der Mediator / die Mediatorin den Äußerungen der Konfliktparteien wie in Schleifen folgt.

Projektion

Verlagerung eigener unerwünschter Vorstellungen und Gefühle auf andere Personen.

Reflecting-Team

Reflexionsgespräch der Co-MediatorenInnen, die sich in Gegenwart der Medianden über den aktuellen Stand der Mediation in hypothetischer wertschätzender Form austauschen.

Reflexive Frage

Frage, die zum Nachdenken anregen soll.

Reframing

Kommunikationstechnik. Bedeutet eine Person, ein Verhalten, eine Situation in einem „neuen, konstruktiven Rahmen“ zu sehen.

Selektive Wahrnehmung

Beschreibt das Filtern von Informationen durch Konfliktbeteiligte, die nur einen Teil der Realität (vornehmlich die eigenen Positionen stützenden Informationen) wahrnehmen.

Skalenfrage

Frage, zu deren Beantwortung ein Wert auf einer Skala eingetragen wird.

Spiegeln

Kommunikationstechnik, bei der das Gehörte zusammengefasst und dem Sprecher wiedergegeben („gespiegelt“) wird.

Strategische Frage

Frage mit der eine bestimmte Absicht (Strategie) verbunden ist.

Umdeuten

Kommunikationstechnik, die eine Aussage (oder auch ein Verhalten) in einen anderen Zusammenhang stellt.

Ungerichtete Frage

Frage, die an eine unbestimmte Vielzahl von Personen gerichtet ist.

Verbalisieren

Das „zwischen den Zeilen Gesagte“ wird vom Mediator / von der Mediatorin  ausgesprochen. Das betrifft überwiegend Gefühlsinhalte / Appelle.

Verlangsamen

Zumeist in Phase 3 (Interessensphase) eingesetzte Technik, um Konfliktparteien die Möglichkeit zu geben, in sich hineinzuhören bzw. sich über Bedürfnisse klar zu werden.

Vier Seiten einer Nachricht

Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun, wonach jede Botschaft aus Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell besteht.  Den vier möglichen Bedeutungen korrespondieren auf Seiten des Empfängers „Vier Ohren“, mit denen dieser die unterschiedlichen Bedeutungen der Information wahrnimmt.

WATNA

Worst Alternative to a Negotiated Agreement (Harvard Konzept). Schlechteste Alternative im Vergleich mit dem zu erreichenden Verhandlungsergebnis. WATNA bedeutet BATNA abzüglich der Auswirkungen aller nicht kontrollierbarer Risiken.

Window I

Der gesamte Mediationsprozess ist davon geprägt, dass der Medianden erkennt, was für ihn von Bedeutung ist (Autonomie und Selbstbehauptung). Der Mediator / die Mediatorin unterstützt diesen Prozess durch Fragen.

Window II

Betrifft die Frage, ob der Mediand in der Lage ist, die für die andere Konfliktpartei wichtigen Themen, Interessen, Optionen etc. zu erkennen und nachzuvollziehen (Wechselseitigkeit und Gemeinsamkeit).

Zirkuläre Frage

Frage, die – ausgehend von der Konfliktsitutation der Medianden – auf vergleichbare Situationen und daraus folgendes Handeln anderer Personen abstellt. Regt zum Nachdenken an und zum Hintanstellen der eigenen Verstricktheit in den Konflikt.