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Denkblockaden überwinden: Perspektivenwechsel durch Kopfstandmethode

Die sog. Kopfstand- oder Umkehrmethode ist zweifellos ein bewährtes Tool, um festgefahrenes Mediationsgeschehen wieder in Bewegung zu bringen oder um Medianden anzuregen, in Phase 4 (Optionen) neue Lösungsmöglichkeiten zu kreieren. Diese auf de Bono zurückgehende Technik nimmt zunächst die Alternativen bzw. Möglichkeiten in den Blick, die ein Scheitern garantieren und fragt: Was ist zu tun, damit das anstehende Problem auf keinen Fall gelöst wird?

 

In einem ersten Schritt wird somit das Problem provokativ angegangen, um sodann in einem zweiten Schritt dessen Gegenteil zu formulieren. Der Erfolg dieser Vorgehensweise beruht auf dem Umstand, dass es vielen Menschen leichter fällt, negative Aspekte einer Idee zu benennen als spontan mögliche Lösungen zu formulieren.

 

Im aktuellen Heft von „Spektrum der Mediation“ (80/2020, S. 42 ff) untersucht Frank Döbler die Gründe für das Scheitern von Mediationsverfahren und gelangt zu dem Ergebnis, dass nicht wenige MediatorenInnen bereits durch ihr Verhalten dazu beitragen, dass Mediationen gar nicht erst zustande  kommen oder in ihrem  Verlauf ein Misslingen nach sich ziehen.

 

Gerade für Berufsanfänger sind seine „Empfehlungen für eine misslingende Mediation“ ein nützliche Handreichung, um sich in Phase 0 (Vorphase) darüber im Klaren zu werden, was alles unterlassen werden sollte, um nicht von Beginn an ein Scheitern vor zu programmieren. Dabei bedient sich Döbler der Kopfstandmethode, um in sieben „Tipps“ die Untiefen zu benennen, die alle negative Auswirkungen auf das Verfahren bedingen. Dazu zählt u.a. ,

> sich ein negatives Bild der Medianden zu zeichnen und dies ihnen dementsprechend verbal oder nonverbal zu vermitteln.

> sich einer abgehobenen Sprache zu bedienen, die unverständlich ist und Überheblichkeit ausdrückt oder

>  im Verfahren auf Regeln und Strukturen zu verzichten und gegen das Vertraulichkeitsprinzip zu verstoßen.

 

Alle seine „Tipps“ schmückt Döbler mit nachvollziehbaren Beispielen aus, die zwar zum Schmunzeln anregen, tatsächlich aber in der Praxis recht häufig anzutreffen sind –  und das nicht nur bei Berufsanfängern.

Seine abschließende Empfehlung daher: Das eigene Mediationsvorgehen reflektieren und überprüfen, welcher der benannten „Tipps“ auf das eigene Verhalten zutreffen könnte. Um sich sodann gedanklich vom Kopf zurück auf die Füße zu stellen und so einige Anregungen für zukünftig bessere Mediationen zu gewinnen!

 

 

„Update Mediation: Auffrischung und neue Wege“ –  ist  ein Fortbildungsangebot von adribo ACADEMY, in dem u.a. Kreativitätstechniken wie die oben beschriebene Kopfstand- oder Umkehrmethode besonders in den Blick genommen und anhand vielfältiger Beispiele eingeübt werden können.

 

Weitere Informationen finden Sie hier auf der Website des Instituts.

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